One Billion Rising - eine weltweite Aktion gegen Gewalt an Frauen und Mädchen - am 14.02.2016 in Wiesbaden

Über 200 Wiesbadener Frauen und einige Männer waren dabei, als auf dem Bahnhofsvorplatz die Aktion „One Billion Rising“ – Frauen und Männer tanzen gegen Gewalt an Frauen–  am Sonntag, 14.02.2016 stattfand.

Das Wiesbadener Frauenreferat, das Büro für Staatsbürgerliche Frauenarbeit und die Wiesbadener Mädchen – und Fraueneinrichtungen hatten in der hessischen Landeshauptstadt zum dritten Mal dazu aufgerufen. Jede dritte Frau weltweit, so die Statistiken, war bereits Opfer von Gewalt, wurde geschlagen, zu sexuellem Kontakt gezwungen, vergewaltigt oder in anderer Form misshandelt: Das sind eine Milliarde (one billion) Frauen.

Dieses Jahr fand die Aktion unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister  Sven Gerich statt, der die zahlreichen Aktiven am Bahnhofsvorplatz in Wiesbaden begrüßte. Er würdigte das gut aufgestellte Frauen-Hilfsnetzwerk in Wiesbaden mit Frauenhäusern und Beratungsstellen und dankte deren Mitarbeiterinnen sowie dem Frauenreferat für dessen gute Netzwerkarbeit in Wiesbaden. „Wir tun was für Frauen“, sagte Gerich. Man stelle sich dem gesamtgesellschaftlichen Problem der Gewalt gegen Frauen, „nicht erst seit den Vorfällen in Köln zu Silvester“. In Wiesbaden sollten sich alle sicher fühlen können, wobei der Oberbürgermeister nicht verleugnete, dass die meisten Gewaltvorfälle im eigenen, familiären Umfeld passierten.

Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl sprach darüber, dass „Gewalt kein Kavaliersdelikt“ sei und rief alle auf, hinzuschauen und ein Nein zu respektieren. Man müsse sich auch klar von der jetzt aufflammenden rassistischen Debatte abgrenzen. Auch Gnadl erwähnte die häusliche Gewalt als drängendstes Problem – in Hessen seien allein im letzen Jahr 7732 Polizeieinsätze deswegen nötig gewesen. Die Dunkelziffer sei weit höher. „Wir fordern: Kein Mitleid, sondern ausreichende Mittel“, so Gnadl unter dem Beifall der vielen Zuhörerinnen. Zudem müsse die Öffentlichkeit, gerade auch durch solche Aktionen, für das Thema weiter sensibilisiert werden. In ihrere Rede zitierte Gnadl auch den UN-Generalsekretär und Unterstützer der Aktion und machte deutlich: "Dies muss ein Tag sein, auf den Handlungen folgen".

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Angeführt von Mascha Holly tanzten die Frauen dann zwei Stunden lang mit sehr viel Vergnügen die vorher einstudierte Choreographie. Birte Siemonsen vom Wiesbadener Frauenreferat wies auf die Ausstellung „Warnsignale für Häusliche Gewalt“ hin, die ab dem 20.02.16 im Rathaus zu sehen sein wird, genauso wie die Schutzschilder, die vor der Aktion von Mädchen zum Thema erarbeitet wurden. Schon bei der Aktion auf dem Bahnhofsplatz konnten die Teilnehmenden aufschreiben, wann für sie Gewalt beginnt – „wenn mein Nein nicht akzeptiert wird“, oder „wenn mir jemand näher kommt, als ich es will“, war zu lesen.

Christine Raupp, von Wildwasser Wiesbaden und Bettina Seibold von der Evangelischen Familienbildungsstätte verdeutlichten die Folgen von sexueller Gewalt und Gewalt in der Familie und die Wiesbadener Hilfsangebote hierzu. In unterschiedlichen Sprachen wurde der Text von „Break the Chain“, dem Song, zu dem an diesem Tag in aller Welt getanzt wird, vorgelesen. Zum Schluss der zweistündigen Aktion brachen die Anwesenden noch echte Ketten, wie es das Lied zum 14.2. „Break the Chain“, international vorgibt.

(Text: Frau Baumgart-Pietsch für das Kommunale Frauenreferat der Landeshauptstadt Wiesbaden)

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